Cavia genetics Webseite

E = Farbanordnung

E wie : bist Du mit Edding bemalt?

Dominanzfolge:

E = das ganze Schweinchen wird vollständig von Schwarz bzw. einer Schokovariante bedeckt

ep = das Schweinchen wird unvollständig von Schwarz bzw. einer Schokovariante bedeckt

e = das Schweinchen wird überhaupt nicht von Schwarz bzw. einer Schokovariante bedeckt

 

Bei  groß E legt sich die zweite Lage aus Schwarz- bzw. Schokovariante flächendeckend über das gesamte Schweinchen, von Kopf bis Fuß. Nur wenn das Tier zusätzlich ein Agouti ist, kann man die darunterliegende Farbe durch das Ticking hindurch erkennen, ansonsten bleibt sie einem verborgen. So ein Schwein kann natürlich trotzdem Weißscheckung haben, die kommt ja dann ggf. als Sahnehäubchen darüber, aber mehr sieht man dann auch schon nicht mehr. Z.B. einfarbig schwarz, slateblue-weiß, beige-weiß, das wären Beispiele für ein groß E Schweinchen. Groß E ist dominant über ep und e, es reicht also, wenn ein Schwein ein groß E hat, um flächendeckend eine Farbe der Schwarzreihe bzw. einerSchokovariante davon zu zeigen.

Groß E haben auch ungescheckte Agoutitiere, ungescheckte Lohtiere und "gute" Himalayas, auch sie sind alle komplett flächendeckend von "schwarz bzw schoko" überzogen, bei den Agoutis und Lohtieren gewährt die Wildfärbung eine Einsicht in die darunterliegende Schicht durch das Tickung, bei Himalayas sollte das komplette Tier mit schwarz/schoko bedeckt sein, also groß E haben, da eine Scheckung ggf. ausgerechnet an den Points liegen könnte und die Points dann weiß wären und nicht durchgefärbt.

ep ist der Faktor, der Lücken/Scheckung in die zweite Lage schneidet, hier wird das Schweinchen zwar von der zweiten Lage bedeckt, jedoch mit div. Löchern im Mäntelchen, so daß man durch diese Löcher hindurch die unterste Farbschicht sehen kann. Diese Löcher können großflächig geschnitten sein wie z.B. bei einem Schildpatt oder aber auch wie von Motten zerfressen überall mit hunderten kleiner Löcher, das nennt man dann gebrindelt. ep ist dominant gegenüber e, ein Schweinchen mit epe zeigt also Scheckung, kann aber ggf. auch klein e vererben. Ein Schweinchen mit epep zeigt erfahrungsgemäß oft weniger Rotscheckung als ein Schweinchen mit epe. Ich könnte z.B. wetten, daß die beiden Mädchen vom S-Wurf epe sind. Die ep-Scheckung werde ich im fortlaufenden "Rotscheckung" nennen, das ist ihr offizieller Name.

 ist quasi der totale Verdrängungsfaktor, e bewirkt, daß sich überhaupt keine zweite Lage über dem Schweinchen ausbreitet. So ein Schweinchen ist immer reinerbig ee . Das bedeutet nicht, daß dieses Schweinchen keine genetischen Informationen für die Farbe der zweiten Lage hat, sondern nur, daß diese Lage nicht in Erscheinung tritt. Beispiele für ein ee Schweinchen sind: einfarbig rot, einfarbig creme, einfarbig buff, einfarbig weiß, oder das alles auch mit Weißscheckung (rot-weiß, buff-weiß ect). Daß die Information für die Farbe der verdrängten zweiten Lage ja dennoch vorhanden ist, kann man auch an der Augen- und Hautpigmentierung erkennen. Z.B. ein rotes Schweinchen, dessen zweite Lage eigentlich schwarz gewesen wäre, hat trotzdem dunkle Augen und schwarzes Hautpigment. Ein rotes Schweinchen hingegen mit pe und farbloser Haut zeigt, daß es in der zweiten Lage lilac oder beige sein muß, es wird dann auch nicht mehr rot, sondern gold genannt.  Ein cremefarbenes Schweinchen, das dunkelgrau pigmentierte Ohren zeigt, ist "entlarvt", denn daran sieht man, daß die "verdrängte" Farbe schwarz gewesen sein muß. Da bei cremefarbenen Tieren pigmentlose/fleischfarbene Haut erwünscht ist, versucht man, creme aus Tieren zu ziehen, die bb, also schoko sind, denn diese haben dann eine gefälligere "rosane" Hautfarbe passend zum warmen, samtigen Cremeton.

_________________________________________________________________

*kleiner Exkurs zu magpie*

Magpie ist eine Farbe, die begeistert, das sind schon ganz besondere Schweinchen. Darum müsste man meinen, es gäbe einen besonderen "Magpie-Faktor" ähnlich vielleicht einem Schimmelfaktor. Dem ist aber nicht so. Ein Magpie ist ein Schweinchen, dessen unterste Farbschicht weiß ist, also crcr in Buchstaben gesprochen. Könnte auch crca sein, dann wird es ein marder-magpie mit aufgehelltem Körperfell, das ist aber nicht so gewollt. Über diese weiße crcr-Unterschicht legt sich nun die zweite Farb-Schicht, nehmen wir mal einen Schwarz-magpie, dann legt sich jetzt schwarz darüber. Aber nicht flächendeckend, sondern mit ep, also mit Lücken in dem Schwarz. Im Prinzip wie auf dem mittleren Bild da oben. Allerdings hat das Schwarz viele, viele, viele kleine Löcher und auch mal größere und wieder hundert kleinere, so daß sowohl größere weiße Flächen zu sehen sind also auch ganz viele kleine, sprich brindel. Diese besonders "wilde" Form der Scheckung beruht allein auf Selektion! Da gibt es keinen Zauberfaktor, der diese tollen Zeichnungen erschafft. Und noch etwas: ein gutes Magpie hat keine Weißscheckung, die sich dann über die womöglich tolle Zeichung legen würde. Auch größere weiße Flecken kommen ebenfalls allein durch die besondere ep-Scheckung. So sollte es jedenfalls sein. Idealerweise hat ein Magpie auf jeder Körperseite ein großes (in unserem Fall) schwarzes Feld, ein großes weißes Feld und ein großes gebrindeltes Feld. Dazu ist sein Gesicht farblich in zwei Hälften geteilt (schwarz/weiß). Und diese Zeichnung kommt über Selektion und das ohne Weißscheckung. Hut ab. Es gibt andersrum also auch viele Tier, die genetisch magpie sind (die crcr haben und ep und keine Weißscheckung SS) und haben aber trotzdem keine schöne Zeichnung, sie sehen dann aus wie "banale" schwarz-weiße Schweinchen, obwohl man sie genetisch als magpies identifizieren müsste.

Ein Schweinchen mit genau so einer Zeichnung, bei dem aber die untere Schicht creme ist statt weiß nennt man Harlekin.


Gratis Homepage von Beepworld
 
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der
Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular!