Farblehre für Anfänger

Herzlich willkommen!

Ihr kennt vielleicht schon die "Colour & more" Seite auf meiner Züchterhomepage "Earthy Rainbow's". Der Farbgenetik-Bereich ist dort leider zu unübersichtlich geworden, da ich von meiner HP leider nur eine freie Seite "opfern" konnte. Das viele Scrollen macht das Lesen und Lernen dort sehr mühsam, und darum habe ich den ganzen Kram jetzt auf eine eigene Webseite kopiert, ich hoffe, es macht jetzt (noch ;-) mehr Spaß, sich das Basiswssen für alle Züchter anzueignen. Neue Gene wie Trueblue und California werden allerdings noch nicht abgehandelt. Viel Spaß!

Farbgenetik ist an sich gar nicht so schwer. Jedenfalls das, was wir für die Errechnung der möglichen Farben brauchen, ist sehr vereinfacht und umfasst insgesamt nur sieben Faktoren. Ich versuche sie hier möglichst ganz ohne Fachbegriffe zu erklären. Seinerzeit  habe ich mir kleine Farbschablonen aus Tonkarton gebastelt, um es mir und anderen besser erklären zu können. Diese werde ich nun hier auch verwenden in meinen Fotos. Das ist unser erstes Hilfsmittel. Unser zweites Hilfsmittel sind TicTacToe Kästchen. Die seht ihr nachher weiter unten bei der Anwendung.

Grundsätzlich funktioniert Vererbung (vereinfacht) so, daß für jedes Merkmal eines Schweinchens zwei Informationen von nöten sind. Die eine Information erbt das Schweinchen von seiner Mutter, die andere Information erbt es von seinem Vater. Manchmal kann es sein, daß ein Schweinchen von Vater und Mutter dieselbe Information erbt, dann ist dieses Schweinchen anschließend reinerbig, was diesen Punkt betrifft. Das ist die einfachste Variante. Manchmal erbt ein Schweinchen von der Mutter eine andere Information für ein gewisses Merkmal als vom Vater, dann ist es in dem Punkt mischerbig und nun kommt es darauf an, welche dieser beiden Informationen die "dominantere" ist, die dann dieses Merkmal im Phänotyp (= optisch) bestimmt. Wichtig ist zu wissen: egal, wie das Schweinchen aussieht, ob es überhaupt optisch alle dieser insgesamt sieben Faktoren zeigt, genetisch trägt es immer für jeden dieser sieben Punkte zwei Informationen in sich. (wenn man so will sind es 14, jeweils paarweise)Immer. 

Jedes Elternteil gibt eine von seinen eigenen zwei Informationen an den Nachwuchs weiter, die Kombination hätte also auch anders aussehen können. Darum sehen ja auch Geschwister oft unterschiedlich aus.

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Die 7 Kürzel

 

Jetzt zeige ich Euch erstmal alle sieben Faktoren, sie werden mit Buchstaben abgekürzt, damit man fürs Schweinchen eine kurze, übersichtliche Formel definieren kann.

A bestimmt die Wildfärbung, also ob das Tier agouti ist, solidagouti, loh oder nonagouti

B bestimmt, ob das Tier zur Schwarz (bzw. slateblue oder lilac) oder Schoko (bzw. coffee oder beige) Variante gehört

C bestimmt die Farbe der Rotreihe, also rot, gold, buff/safran, creme oder weiß

E bestimmt, wie die schwarzen und roten Farben auf dem Schwein sichtbar werden

P bestimmt, ob die Farbe der Schwarz- bzw  Schokovariante verdünnt wird

Rn bestimmt, ob das Tier ein Schimmel bzw. Dalmatiner ist oder nicht

S bestimmt, ob das Tier Weißscheckung hat oder nicht

 Eine vollständige Formel sieht dann nachher so aus, daß es von jedem Buchstaben ein Pärchen gibt, z.B. ganz einfach so:      AA  BB  CC  EE  PP  rnrn  SS

 (RnRn deshalb nicht, weil diese Tiere nicht lebensfähig sind, dazu unten mehr.)

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Der Lagenlook

Als erstes muß man wissen, wie die Farben auf einem Schweinchen "angeordnet" sind. Es gibt da eine klare und einfache Reihenfolge. Man kann sagen, daß jedes Schweinchen im Zwiebellook rumläuft und drei Lagen hat, auf denen sich die Farben zeigen können. Egal, ob ein Schweinchen einfarbig, zweifarbig oder dreifarbig daherkommt, es hat immer die kompletten genetischen Informationen für alle drei Lagen (!). Dies habe ich mit meinen "Schablonen" nachempfunden: 

Die unterste, tiefste Lage ist IMMER eine Farbe der Rotreihe (Lage 1) , also rot, gold, buff, safran, creme oder weiß. Hier sieht man schön diesen bunten Farbenfächer. Eine dieser Farbe trägt Schwein also "drunter", ob man es von außen sieht oder nicht spielt dabei keine Rolle, die unterste Farbschicht ist eine dieser Farben:

 

 

 

Die "Unterwäsche" des Schweinchens  hat eine dieser Farben, ob es sie nun offenherzig zeigt oder nicht, es trägt auf jeden Fall was schickes drunter ;-) . Was genau bestimmen nachher die C-Faktoren.

Ihr seht, da kommen noch mehr Buchstaben, und die Farbe weiß gibt es sogar dreimal, creme gibt es zweimal (hab leider nur eine Pappe für creme auf dem Bild). Aber erstmal müsst ihr verinnerlichen, daß dies die unterste Farbschicht eines jeden Schweinchens ist, eine dieser Farben vom Fächer der Rotreihe ist bei jedem Sachwein die unterste Schicht. Manchmal werde ich im Text von "rot" in Anführungszeichen sprechen, dann meine ich damit eine Farbe der Rotreihe, kann also ausgetauscht werden durch buff oder creme oder weiß ect., liest sich dann aber einfacher. :-)

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Über diese Farbe legt sich als nächstes eine Farbe aus der Schwarzreihe- bzw. eine Schokovariante davon (Lage 2) . Bei Schwarzreihe wären das schwarz, slate blue oder lilac, oder bei Schokovariante wären das schoko, coffee oder beige .  Eine dieser sechs Farben bildet die zweite Schicht. Diese zweite Schicht legt sich erstmal flächendeckend über die erste Schicht aus der Rotreihe. Verschiedene Faktoren können dann nachher bewirken, daß die zweite Schicht  "Lücken" lässt, so daß man die darunterliegende Farbe der Rotreihe wieder sieht oder auch, daß diese zweite Schicht wieder komplett verdrängt wird. Diese Faktoren erkläre ich weiter unten. Aber die genetische Buchstabenformel für diese zweite Lage besitzt das Schweinchen ebenfalls immer. Diese zweite Schicht bestimmt nachher auch die Haut- und Augenfarbe des Schweinchens.

 

Hier legt sich die zweite Lage über die erste. Ich habe fürs Bild schwarz und rot ausgewählt, es kann aber auch unten jede andere Farbe aus dem Fächer der Rotreihe liegen und daüber jede andere Farbe aus dem Fächer der Schwarz- bzw. eine Schkokvariante davon (s. nächstes Bild).

 

Eine dieser Farben bildet die zweite Schicht, man kann es nicht so gut lesen, es sind : schwarz, schoko, slateblue, coffee, lilac oder beige.

Ob die Farbe bräunlich oder gräulich wird, ob sie dunkel oder verdünnt erscheint, das bestimmen zwei Faktoren: B und P. Diese beiden Faktoren gehören nachher also immer zusammen und bestimmen die Farbe der zweiten Schicht. Aber dazu später mehr....

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Ich zeige Euch jetz erstmal noch die dritte Schicht unsers Schweinchens. Die ist GsD nur noch ganz simpel. Die dritte Schicht ist die Weißscheckung (Lage 3) , das sind weiße Flächen, die sich einfach von oben auf das eigentlich fertige Schweinchen drauflegen. Das können ein paar weiße Härchen sein oder auch große weiße Flächen. In welcher Größe  und an welcher Stelle die Weißscheckung auftritt, vererben ebenfalls die Eltern, es gibt offenbar verschiedene Wirkungsbereiche bei Weißscheckung: für die weiße Blesse, für weiße Füße, für Bauch, Beine, Po.... Wie und wo die Weißscheckung auftritt, werde ich hier nicht behandeln und kann ich auch gar nicht, wir begnügen uns jetzt hier damit, daß es Weißscheckung auf dem Schweinchen gibt, oder eben auch nicht. Wer aber genau aufgepasst hat, der bemerkt: wenn sich die Weißscheckung ÜBER das Schweinchen legt, dann kann sie womöglich andere Farbfelder komplett überdecken, wenn sie zufällig großflächig genau über einer anderen Farbe landet.(!)

 

Die letzte Schicht legt sich über das Schweinchen: die Weißscheckung. Oder eben auch keine Weißscheckung. Dann läge dort eine eine komplett durchsichtige Folie. Denn die Information "keine Weißscheckung" hat das Schweinchen ja trotzdem.

Ich habe die Schablonen etwas versetzt hingelegt, damit man alle drei Schichten erkennen kann.

 



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