Agoutifaktor

 

A wie : bist Du agouti?

Dominanzreihe :

A = agouti/argente

ar = solid agouti/at = lohfarben

a = nonagouti

Agouti ist die Wildfärbung unserer Schweinchen, sie bewirkt, daß jedes einzelne Haar zweifarbig ist, und zwar "schwarz-rot-schwarz", außer am Bauch, der "rot" scheint mit "schwarzem" Haaransatz. Wildfärbung kann man an einem Schweinchen nur dann optisch sehen, wenn es überhaupt Haare zeigt, die zur Schwarz- oder Schokoreihe, also zur zweiten Schicht gehören.

Nach unserem Lagen-Schema bedeutet das, daß jedes einzelne Haar, das schwarz/slate/lilac/schoko/coffee/beige ist, eine kleine Lücke lässt, so daß man an jedem Haar die darunterliegende Farbe der Rotreihe sieht. Oben bei den Fotos sieht man es gut. Das Haar ansich ist schwarz, das Ticking ist rot bei einem goldagouti. Das schwarze Haar hat also eine kleine Lücke gelassen, durch die man das darunterliegende Rot leuchten sieht. Bei einem silberagouti schlußfolgern wir somit, daß die unten liegende Lage weiß(!) sein muß, denn das Haar von einem silberagouti ist ansich erstmal schwarz und was aus dem Ticking hervorblitzt ist weiß. So funktioniert Agouti. Dabei kann jede Farbe der Rotreihe unten liegen und jede Farbe der Schwarz-bzw. Schokovariante darüber liegen. Daraus ergeben sich eine Menge Kombis, ich schreibe nur die gängigsten grad hier auf:

Argente ist wie agouti ebenfalls groß A, nur zeigt es Tipping statt Ticking. Es kommt bei den verdünnten Farben vor wie z.B. slateblue-safran-argente oder beige-weiß-argente. Beim Tipping hat jedes einzelne Haar eine andersfarbige Haarspitze, z.B. das Haar ist beige, die Spitze ist weiß. Wenn ich im weiteren Text von agouti spreche, dann kann auch immer argente gemeint sein. A bewirkt immer agouti/argente.. Die Namen werden oft einfach zusammengesetzt. Z.B. lilac-gold-argente oder beige-creme-argente oder slateblue-gold-argente ect...

Solidagouti ist ein dunkleres Agouti, die Lücke für das  Ticking ist quasi kürzer, bei dem der Bauch ebenfalls komplett agouti getickt ist. Solidagoutis wirken also dunkler als normale Agoutis, bei solid Babys ist das Ticking teilweise noch gar nicht wirklich zu erkennen.

Lohfarben sind Schweinchen, deren Bauch und Maske (Abzeichen an den Augen, den Ohren und der Schnute) "rot" scheinen, während die restlichen Haare einfarbig "schwarz" sind. Die "roten" Haare haben dabei aber einen "schwarzen" Haaransatz, sie sind also getippt. Ein Lohtier mit roten bzw. goldenen  Abzeichen nennt man "tan", eins mit buff-farbenen Abzeichen nennt man "lux", mit cremefarbenen Abzeichen heißt es "otter" und mit weißen Abzeichen heißt es "fox". Die Namen werden einfach zusammengesetzt, z.B. ein Schweinchen in schwarz mit goldenen Abzeichen heißt schwarz-tan (black-tan), in schoko mit cremefarbenen Abzeichen heißt es schoko-otter, in slateblue  mit weißen Abzeichen heißt es slateblue-fox usw. . Schwarz mit weißen Abzeichen nennt sich silver-fox, angelehnt an silberagouti.

Nonagoutis sind Schweinchen, die keine Form von Wildfärbung, also kein agouti/argente/solidagouti/lohe in der zweiten Farbschicht zeigen. Sieht man die zweite Farbschicht aber gar nicht im Fell eines Schweinchens, dann muß man im Stammbaum gucken, ob das Tier trotzdem eine Form von agouti geerbt haben könnte. S.u. "verdeckte Agoutis" .

 

Groß A ist dominant über alle anderen Formen, erbt ein Schweinchen beim A-Faktor auch nur ein großes A, dann ist es optisch ein Agouti, auch wenn es vom zweiten Elternteil vieleicht ein ar, at oder a geerbt hat. Ein reinerbiger Agouti ist AA, aber woher soll man das wissen, ein optischer Agouti  kann ebenso Aar, Aat oder Aa sein und ist optisch immer agouti, da A über alles dominiert. Reinerbigkeit kann man durch Testverpaarungen einkreisen. Im Umkehrschluß hat jedes Tier, daß kein Agouti in der zweiten Farbschicht zeigt, auch kein groß A und kann von seiner Seite aus auch kein Agouti vererben.

ar und at sind weniger dominant als A, hat man also einen Solid oder ein lohfarbenes Schweinchen, weiß man: dieses Tier hat schon mal kein A, denn das wäre noch dominanter  und würde das Schweinchen optisch zu einem normalen Agouti machen. Ein Solid hat also ein ar und als zweite Information entweder wieder ein ar, dann ist es ein reinerbiger solid, oder es hat als zweite Information ein klein a, das sich dem ar unterordnet. Dann ist dieser Solid mischerbig. Gleiches gilt für ein Lohschweinchen. Reinerbig wäre es bei atat.

Theoretisch ist es auch möglich, daß ein Schweinchen arat ist, also eine Information für loh, eine für solid hat. Die beiden haben gegenseitig keine Dominanz, so ein Schweinchen hat von jedem ein bisschen, es ist ein Solid-Loh-Schweber und zeigt ein Solidagouti mit Maske.

Ein aa ist ein  Nonagouti Schweinchen, das also optisch keinerlei agouti, solid oder loh im "schwarzen" Fell zeigt, das ist immer reinerbig, nonagouti kann auch nur klein a vererben.

Dann gibt es noch die verdeckten Agoutis. Es gibt ja durchaus Tiere, die gar keine Farbe der Schwarz- bzw. Schokoreihe im Pelz zeigen und darum hat das Fell auch gar keine Chance, agoutifarbend zu sein. Z.B. ein rotes Schweinchen. Trotzdem kann dieses Schweinchen genetisch groß A sein, ggf. sogar reinerbig mit AA, es hat nur einfach keine Chance, das im Fell zu beweisen. So ein "verdeckter Agouti" kann also durchaus das große A vererben, auch wenn man es ihm nicht ansieht, und ggf. dann Agoutikinder zeugen.

 

 

Ist natürlich nur gebastelt...die kleinen Ausschnitte symbolisieren das Ticking des Agoutis in jedem einzelnen Haar. Daraunter sieht man die Farbe der unteren Schicht burchblinzeln, außerdem ist der Bauchstreifen in derselben Farbe zu sehen.


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